Verschiedene Menschen können aus ganz individuellen Situationen heraus einen Magnesiummangel entwickeln. Erkrankungen und Ernährungsgewohnheiten können ein Risiko der Unterversorgung mit sich bringen. Außerdem benötigt der Körper in bestimmten Situationen mehr Magnesium.
Zu den Risikogruppen gehören:
Sportler sind gleich doppelt von einem möglichen Magnesiummangel bedroht. Zum einen erfordern hohe Muskelleistungen mehr Magnesium, zum Zweiten droht durch starkes Schwitzen ein erhöhter Verlust. Wadenkrämpfe, schnellere Ermüdbarkeit und verminderte Reaktionsfähigkeit sind erste Warnsignale. Sportliche Höchstleistungen sind nur bei optimaler Magnesiumversorgung möglich.
Heranwachsende zwischen 15 und 19 Jahren haben mit 350-400 mg einen besonders hohen Magnesiumbedarf. Leider ist gerade in diesem Wachstumsalter die Magnesiumversorgung über die Nahrung oft kritisch, da die Ernährungsgewohnheiten oft nicht der wünschenswerten Zufuhr entsprechen.
Unser Tipp: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich vollwertig zu ernähren, und seien Sie selbst ein gutes Vorbild!Ein Magnesiummangel im Alter ist nicht selten. Eine Ursache liegt in der generell verringerten Nahrungsaufnahme. Das Nachlassen des Appetits ist ein ganz normaler Prozess, da durch reduzierte körperliche Aktivität und verlangsamte Stoffwechselprozesse der Körper weniger Energieträger – d.h. weniger Kalorien – benötigt. Es wird weniger Nahrung aufgenommen, der Bedarf an lebensnotwendigen Mineralstoffen wie Magnesium bleibt jedoch unverändert hoch. Folglich wird es immer schwieriger, eine ausreichende Versorgung mit Magnesium zu erreichen.
Häufig spielen neben Appetitlosigkeit zusätzliche Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Kau- und Schluckbeschwerden, die Einnahme von Medikamenten oder Krankheiten, die den Magnesiumstoffwechsel beeinflussen.
In Stresssituationen kann sich ein Teufelskreis entwickeln: Magnesiummangel führt zu erhöhter Stressanfälligkeit – Stress begünstigt wiederum einen Magnesiummangel.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Stresssituationen – unabhängig davon, ob sie nun physisch (z. B. Sport, Hitze, Kälte, Verbrennungen, Operationen) oder emotional (z. B. ständige Überlastung, Schmerz- und Angstzustände, Depressionen) bedingt sind – zu einem erhöhten Bedarf an Magnesium führen.
Tatsächlich wird mit der vermehrten Abgabe der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin der Fettabbau angeregt. So genannte freie Fettsäuren (Bestandteile der Fette) werden dabei freigesetzt und bilden mit Magnesium komplexe Verbindungen im Blut. Die Folge ist, dass die Menge an freiem, wirksamem Magnesium abnimmt – ein Mangel kann entstehen.
Weiterhin verengen die Stresshormone die Blutgefäße, beschleunigen den Puls und lassen den Blutdruck ansteigen. Magnesium wirkt dem entgegen – es kommt bei einer ausreichenden Magnesiumzufuhr zu einer Weitung der Blutgefäße. Damit kann eine ausgewogene Magnesiumversorgung die Blutgefäße und das Herz gegen Stressfolgen schützend abschirmen und gilt deshalb als wertvolles Antistress-Mineral.
Schwangere benötigen mehr Magnesium, denn sie müssen nicht nur sich, sondern auch das heranwachsende Kind ausreichend mit diesem wichtigen Mineralstoff versorgen. Magnesium ist der wichtigste Mineralstoff innerhalb der Zellen. Er gilt als das „Hochleistungsmineral des Stoffwechsels“. Und Hochleistung ist in der Schwangerschaft tagtäglich vom mütterlichen Organismus gefordert.
Schwierig wird die Bedarfsdeckung häufig ab dem 4. Monat. Spätestens bei Auftreten von Symptomen wie Wadenkrämpfen, Muskelzuckungen, Herzrasen oder Erschöpfung sollte ein Magnesiummangel abgeklärt werden. Bei anhaltendem Magnesiummangel in der Schwangerschaft kann sich der Bauch krampfartig verhärten, was in der Folge zu vorzeitigen Wehen führen kann.
Eine Diät zur Gewichtsreduktion ist in vielen Fällen sinnvoll und wünschenswert. Leider gibt es bei der Fülle der unterschiedlichen Diätformen oft solche, die einseitig und magnesiumarm sind. Dies gilt vor allem beim Verzicht auf kohlenhydratreiches Getreide.
Generell gilt, dass immer eine mäßig kalorienreduzierte Kost zu empfehlen ist, die alle lebensnotwendigen Nährstoffe beinhaltet und über einen längeren Zeitraum eingehalten werden kann. Auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr sollten Sie dennoch achten, da der Bedarf nur dann zu decken ist, wenn eine sehr bewusste Nahrungsmittelauswahl erfolgt.
Denken Sie daran, dass Unruhe, Nervosität und Zittern erste Zeichen für einen Magnesiummangel sein können.
Nach wie vor gehören die Deutschen zu den führenden Nationen beim Alkoholverbrauch und konsumieren pro Kopf jährlich mehr als 10 Liter reinen Alkohol. Ein vermehrter Alkoholkonsum führt zu einer erhöhten Magnesiumausscheidung über die Nieren. Gleichzeitig behindert Alkohol die Magnesiumaufnahme im Darm.
Besonders empfindlich auf einen Magnesiummangel reagiert das Herz: Herzstolpern oder Herzrasen sind spürbare Warnsignale.
Die Wissenschaft zeigt immer deutlicher, dass ein Zusammenhang zwischen einem Magnesiummangel und der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. Herzschwäche, koronare Herzkrankheiten oder von der Herzkammer ausgehende Rhythmusstörungen besteht.
Magnesium ist der natürliche Gegenspieler des Mineralstoffs Calcium – des Hauptaktivators für die Muskelkontraktion. Magnesium – in entsprechender Dosierung – hemmt also die Calciumwirkungen an der Blutgefäßmuskulatur: die Blutgefäße weiten sich, wodurch wiederum der Blutdruck sinkt. Eine optimale Magnesiumversorgung kann deshalb das Herzinfarktrisiko herabsetzen.
Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Diabetiker häufig zu niedrige Blut-Magnesium-Spiegel aufweisen. Betroffen sind jugendliche Patienten mit einem Typ-I-Diabetes ebenso wie Typ-II-Diabetiker. Es hat sich gezeigt, dass die Blut-Magnesium-Spiegel umso niedriger sind, je schlechter der Diabetes eingestellt ist.
Die Faktoren, die zu einem verminderten Magnesiumspiegel im Blut führen, sind vielfältig:
Der erhöhte Blutzuckerspiegel führt bei Diabetikern zu einer erhöhten
Ausscheidung von Zucker (Glucose) und Wasser über die Niere. Dies ist
mit erhöhten Magnesiumverlusten über den Urin verbunden.
Die erhöhten Insulinspiegel im Blut, die bei Diabetikern des Typs II
häufig vorliegen, sorgen für eine Veränderung der Magnesiumverteilung im
Körper – Magnesium aus dem Blut wird vermehrt in die roten
Blutkörperchen transportiert.
Die Gabe von Insulin führt dosisabhängig zu einer erhöhten
Magnesiumausscheidung mit dem Urin.
Ein lang andauernder Magnesiummangel hat auch einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der häufig zu beobachtenden diabetischen Spätkomplikationen:
Bei einem Magnesiummangel kommt es zu einer Herabsetzung der Insulinwirkung, womit es immer schwieriger wird, den Glucosestoffwechsel (mittels Diät oder Medikamenten) zu normalisieren. Eine Verbesserung des Magnesiumstatus im Körper kann in diesem Fall wieder zu einer Normalisierung der Insulinwirkungen führen.
Das erhöhte Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das bei Diabetikern vorliegt, wird bei einem lang anhaltenden Magnesiummangel nochmals erhöht: Ein Magnesiummangel führt zu einer nachteiligen Veränderung der Blutfettwerte und zu einer Veränderung des Aufbaus und der Funktionsfähigkeit der Blutgefäße.
Der Schweregrad der häufig zu beobachtenden Erkrankungen der Netzhaut (sog. Retinopathien) ist abhängig vom Magnesiumstatus: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Retinopathien umso ausgeprägter sind, je niedriger der Blut-Magnesium-Spiegel ist.
Oftmals kommt es bei Diabetikern zu einem kombinierten Magnesium- und Kaliummangel. Der Mangel beider Mineralstoffe steht wiederum in engem Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten der diabetischen Spätkomplikationen wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Netzhaut (sog. Retinopathien) und Erkrankungen der Nieren (sog. Nephropathien). Gründe dafür liegen zum einen darin, dass sowohl ein Magnesium- als auch ein Kaliummangel zu Gefäßverengungen beitragen und dass sich der ohnehin beeinträchtigte Kohlenhydratstoffwechsel noch weiter verschlechtert.
Unser Tipp: Wenn Sie an Diabetes leiden, lassen Sie nicht nur regelmäßig Ihren Blut-Magnesium-Spiegel kontrollieren, sondern auch Ihren Blut-Kalium-Spiegel!
Auch wenn Sie nicht an Diabetes leiden, aber bei Ihnen eventuell ein erhöhtes Risiko vorliegt (z. B. bei familiärer Häufung oder bei existierendem Übergewicht), lassen Sie öfter Ihren Blut-Magnesium-Spiegel überprüfen. Es ist möglich, dass ein Magnesiummangel das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes des Typs II erhöhen kann.